Immergrüne Pflanzen ins rechte Licht rücken
Der Garten: auch im Winter ein Hingucker
Auch in den dunklen Tages- und Jahreszeiten kann Ihr Garten als gleichwertiger Wohnraum eine wichtige Rückzugsoase sein. Dafür sorgen zum Beispiel immergrüne Pflanzen. Sie prägen das Winterbild des Gartens. Jahres- und tageszeitlich unabhängig wird Ihr Garten auch durch eine atmosphärische Gartenbeleuchtung zum Erlebnis.
Der Verwandlungskünstler: Buchsbaum
Buchsbaum ist als schlichtes Stilelement fast ein Muss für jeden Garten, das mit seinen von Raureif überzogenen, weißen Blättern auch im Winter ein schönes Bild bietet. Buchsbaumkugeln oder kantig geschnittene Buchsflächen können im Garten die Sprache der Hausarchitektur fortführen und sorgen so für Harmonie in der Formensprache. Figuren und Skulpturen können klassischen Gärten als zentrale Elemente Identität und Individualität verleihen. Unsere Empfehlung: Die sehr langsam wachsende Sorte ‚Suffruticosa’ ist für Formgehölze besonders gut geeignet.

- Vorher: Der Bereich zwischen Haus und Nachbargrenze ist zu eng, um neben der gewünschten, seitlichen Terrasse eine Rasenfläche zu ergänzen.

- Nachher: Im Pflanzbeet sorgen unterschiedlich große Buchskugeln für eine schlichte und elegante Atmosphäre. Flach geschnittener Buchsbaum hemmt als immergrüner Pflanzenteppich den Unkrautwuchs.
Die Klassiker
Als immergrüne Gehölze bilden Rhododendren und Azaleen im Winter eine attraktive Gartenkulisse. Zur Blüte im Mai liefern sie darüber hinaus ein schönes Farbenspiel. Im Schatten unter größeren Bäumen fühlen sie sich wohl, sofern Sie für ausreichende Wasserversorgung und regelmäßige Düngergaben sorgen. Nicht vergessen: Verblühte Blütenstände sorgfältig herausdrehen, dann blüht die Pflanze im Spätsommer bei günstigem Witterungsverlauf ein zweites Mal.
Der Star unter den Nadelgehölzen: die Eibe
Eine gute Alternative zum Buchsbaum ist die Eibe. Sie eignet sich für luftfeuchte oder schattigere Standorte. Ob als Kegel, Säule, Kugel oder Quadrat – die langsam wachsende Pflanze ist sehr schnittverträglich und als ganzjähriger Sichtschutz auch ideal als Hecke einsetzbar. Bei regelmäßigem Schnitt – etwa zweimal pro Jahr – kann man sie je nach Wuchshöhe auf zirca 70 Zentimeter Breite kultivieren. Nur ein mit Efeu berankter Stahlzaun braucht mit zirca 20 Zentimetern noch weniger Platz. Hier sind allerdings engere Schnittintervalle nötig.
Augen auf bei der Kirschlorbeerwahl
Kirschlorbeer ist sowohl als einzelner Strauch als auch als Hecke eine sehr beliebte Gartenpflanze. Achten Sie jedoch darauf, welche Sorte Sie für Ihren Garten wählen. Bei einer falschen Sortenwahl kann die Pflanze schnell zu wuchtig werden. Als Hecke beispielsweise sind weniger wuchsfreudige Sorten wie ‚Etna’ oder ‚Herbergii’ empfehlenswert.
Portugiesischer Lorbeer
Als immergrüne Heckenpflanze ist der aus dem mediterranen Raum stammende Portugiesische Lorbeer (Prunus lusitanica) eine wertvolle Alternative in der hiesigen Gartengestaltung. Er wächst nicht so schnell wie die meisten Kirschlorbeer-Sorten und ist deshalb auch für kleinere Hecken einsetzbar. Allerdings ist er gerade in windexponierten Gärten frostempfindlicher und daher vorzugsweise in geschützteren Bereichen zu verwenden.
Die Glanzmispel
Die Glanzmispel (Photinia fraseri ‚Red Robin’) ist sowohl als mittelgroßer Strauch (zirca 3 bis 4 Meter), als Hecke oder auch als Solitärpflanze in ausreichend großen Kübeln auf der Terrasse ein immergrüner Sichtschutz. Die rötlichen Blatttriebe liefern im Frühsommer neben den Blüten pflanzliche Farbakzente. Als Hochstamm – die Krone beginnt ab zwei Metern Höhe – schützt die Glanzmispel ganzjährig vor Einblicken aus der zweiten Etage.
Sichtschutz in der zweiten Etage
Sieht man von den Nadelgehölzen ab, ist die Auswahl an immergrünen Pflanzen für den Sichtschutz über die Hecke hinaus ziemlich begrenzt. Neben den Hochstamm-Ganzmispeln ist die immergrüne Magnolie zu nennen, die mit ihren cremefarbigen Blüten an einem vollsonnigen, geschützten Standort einen sehr edlen Blickfang im Garten darstellt. Die weniger bekannte halbimmergrüne Eiche (Quercus turneri ‚Pseudoturneri’) bietet als mehrstämmiges Gehölz in etwas größeren Gärten ganzjährigen Sichtschutz.
Bambus: Traum oder Albtraum
Durch die Wuchsfreudigkeit seiner unterirdischen Pflanzenteile ist Bambus in den letzten Jahren in Verruf gekommen. Gerät ein Bambus einmal außer Kontrolle, bekommen Sie ihn tatsächlich nur schwer wieder in den Griff. Eine unterirdische Wurzelbarriere verhindert ein unkontrolliertes Umherwandern der Bambuswurzeln, der sogenannten Rhizome, bis in die Nachbargärten. Lassen Sie eine Rhizomsperre 70 Zentimeter tief im Boden ein und verklemmen deren Folienenden mit Alu-Schienen. So bleibt Bambus eine sehr wertvolle Gartenpflanze.
Die Ausnahme: Schirmbambus
Schirmbambus (Fargesia murilae ‚Jumbo’) wächst horstartig nur an ihrem ursprünglichen Platz und kann daher ohne Rhizomsperre gepflanzt werden. Er ist mit 150 bis 200 Zentimetern Wuchshöhe eine ideale Bambussorte für kleine Gärten und auch als Heckenpflanze sehr gut einsetzbar: Ein bis zwei Pflanzen pro Meter reichen aus, um einen geschlossenen immergrünen Sichtschutz zu bekommen.

- Vorher: Ein pflanzliches Drunter und Drüber ist weit entfernt vom Gartengenuss.

- Nachher: Die Buchsbaumquader setzen die Form des Quellsteins fort und sorgen so für ein harmonisches Gesamtbild. Durch das Licht der von unten angestrahlten Zierkirsche sind sie auch im Dunklen erlebbar.
Es werde Licht
Während die Beleuchtung im Garten lange Zeit nur zur Sicherheit diente, wird sie heute immer mehr zum Gestaltungsmittel. Mit Licht aus unscheinbaren Lichtquellen werden Gartenelemente auch in den Abendstunden zum Erlebnis. Der Reiz der Beleuchtung im Garten liegt im Wechsel zwischen Licht und Schatten, wodurch auch in der Dunkelheit Räume und Perspektiven entstehen.
Realisierung in Schritten
Eine fundierte Lichtplanung ermöglicht, bereits bei der Anlage eines Gartens Erdkabel gezielt an der Stelle zu verlegen, wo zu einem späteren Zeitpunkt Lichtquellen angebracht werden sollen. Verwenden Sie ein fünfadriges Erdkabel, um mehrere Schaltkreise installieren zu können.
Licht erschafft Raumtiefe und Skulpturen
Nichts ist bedrückender als durch die Wohnzimmerfenster in ein dunkles Loch zu schauen. Wenn Sie beispielsweise Pflanzen indirekt beleuchten, entstehen bizarre Lichtskulpturen. Angestrahlte Baumstämme im hinteren Gartenteil verleihen dem Raum auch nachts eine Tiefe sowie die dritte Dimension. Die Wasseroberfläche eines Teichs wirkt wie ein Spiegel, wenn Sie ein in Wassernähe positioniertes Kunstobjekt mit Licht versehen.

- Vorher: Der Garten ist als Wasserlandschaft tagsüber eine Wohlfühloase für den Gartenliebhaber.

- Nachher: Durch die großen Glasfassaden ist dieser Garten auch abends und im Winter vom Haus aus erlebbar und somit eine ganzjährige Wohnraumerweiterung.
Bilder und Text: gartenplus GmbH
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