Gartengestaltung: Wasser im Garten

 

Teichlandschaften brauchen Platz

„Irgendwas mit Wasser hätten wir schon gern“, lautet der Wunsch vieler Gartenbesitzer. Doch Teichlandschaften scheitern meist an dem nur beschränkt zur Verfügung stehenden Platz im Garten. Allzu kleine Mini-Biotope sind nicht nur biologisch schwierig zu handhaben, sondern auch gestalterisch oft nicht umzusetzen. Im Herbst, wenn Schilf und Gräser in voller Blüte stehen oder ihre Herbstfärbung annehmen, haben Wasserflächen einen ganz besonderen, sehr natürlichen Reiz. Um diese natürliche Wirkung zu erzielen brauchen Teiche vor allem eines: Platz!

 

 

Wasserbecken


Wasser als Gestaltungselement im Gartenzimmer

Wasserbecken hingegen sind architektonische Gestaltungselemente, die auch auf begrenztem Raum sehr gut zur Geltung kommen. Hier können Sie mit Mini-Seerosen natürliche Farbakzente setzen. Quellsteine sind als punktuelle, plätschernde Wasserelemente nicht nur optisch, sondern auch akustisch sehr attraktiv und platzsparend. In länglichen Gärten mit natürlichem Gefälle passen sich Bachläufe sehr gut in die Grundstücksform ein.

 

Eine Quelle, die nie versiegt

Felsen, Findlinge oder kantig zugesägte Steinblöcke verwandeln sich in einen Quellstein, wenn Sie sie mit einer Bohrung für den Wasserdurchfluss versehen. Ein unterirdisches Becken dient als Wasserreservoir. Eine hier positionierte Pumpe ist der Ausgangspunkt des Wasserkreislaufes. Sie saugt das Wasser an und befördert es durch flexible Wasserleitungen zur sichtbaren Quelle.

 

Wasser im Garten
Vorher: Dieser Vorgarten hat eher die Ausstrahlung eines Parkplatzes als die einer repräsentativen, einladenden Visitenkarte des Hauses.
Nachher: Die Haustür ist nun bequem über großzügige Stufen zu erreichen und ein dreifach sprudelnder Quellstein zeigt, dass der Vorgarten mehr als nur ein Parkplatz sein kann.

 

Proportionen beachten

Ob hell oder dunkel, rund oder eckig: Ein Quellstein wirkt fremd, wenn er zu groß oder zu klein für die Örtlichkeit ist. Haben Sie beispielsweise einen kreisrunden Sitzplatz von etwa 4 Metern Durchmesser, sollte der Quellstein, mittig aufgestellt, etwa 60 bis 90 Zentimeter breit und hoch sein.

 

 

Natürlichkeit eines Baches genießen

Ein Flussfindling mit seinen weichen Formen ist eine perfekte Quelle für einen sich anschließenden Bachlauf. Auch hier ist ein Wasserkreislauf das technische Prinzip: Am Ende des Laufes gibt es ein Wasserreservoir, das in größeren Gärten eine sichtbare Teichfläche, in kleineren Gärten ein im Boden eingelassenes Becken sein kann.

 

 

Staustufen gegen Austrocknung

Staustufen sorgen dafür, dass der Bach auch bei nicht laufender Pumpe Wasser führt. Während Wasser, das über flache Felsen fließt, die Natürlichkeit eines Baches imitiert, geben geradkantige Stufen, die mit einem seichten Wasserfilm überzogen sind, dem Wasserlauf ein architektonisches Erscheinungsbild.
 

 

Schlichte Eleganz eines Wasserbeckens

In sehr schlichten und durch Architektur geprägten Gärten sollten Sie sich für ein eckiges oder rundes Wasserbecken entscheiden, das im Boden eingelassen durch Holz, ein Plattenband oder eine dünne Stahlkante eingefasst ist. Wenn Sie das Becken mit einer 50 Zentimeter hohen Sitzmauer aus Naturstein einrahmen, kommt es im Garten noch besser zur Geltung.

Wasser im Garten
Vorher: Bauabfälle, Gerüste und die Laufwege der Handwerker lassen die vorherige Rasenfläche als Teil einer zwar gepflegten, aber nicht sonderlich kreativen Gartengestaltung erahnen.
Nachher: Ein Wasserbecken, das im Vordergrund unmittelbar an der Terrasse die Blicke auf sich zieht, ist als Koi-Teich der neue Mittelpunkt im Garten.

 

Die Teichlandschaft

Wollen Sie auf den Rasen im Garten verzichten, bietet sich eine große Wasserfläche zur Gestaltung an. Eine Terrasse, die unmittelbar ans Wasser grenzt, imitiert im Garten einen Freisitz am See. Ein scheinbar schwimmendes Holzdeck schafft eine attraktive Nähe zum Wasser. So können Sie im Herbst in einem von der Herbstfärbung der Pflanzen geprägten Garten die letzten wärmenden Sonnenstrahlen vor dem Winter unmittelbar am Wasser genießen.

 

Wasser im Garten
Vorher: Der Mini-Bagger ist schon angerückt und hat den maroden Tümpel bereits entfernt.
Nachher: Eine Wasserlandschaft, die keinen Rasen vermissen lässt: Im Bachlauf fließt das Wasser über Blockstufen in den Teich, der im Sommer zur Abkühlung einlädt.

 

Flach- und Tiefzonen einhalten

Die tiefste Stelle im Teich sollte mindestens bei 100 Zentimetern liegen. In mittleren Tiefen von 50 bis 80 Zentimetern gedeihen Seerosen. Flachzonen sind für Pflanzen wie Mini-Rohrkolben, Sumpfiris oder Hechtkraut überlebenswichtig. Auch für Tiere wie den Maulwurf oder die Spitzmaus sind die flachen Uferbereiche wichtig. Fallen Tiere ins Wasser können sie an seichten, mit Kies und Pflanzen bedeckten Ufern wieder herausklettern.

 

 

 


Bilder und Text: gartenplus GmbH