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Stechmücken: Verschiedene Arten und ihre Lebensräume

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Es sind vor allem die Überschwemmungsmücken, die in Massen und als Plage auftreten. Zu ihnen gehören verschiedene Arten der Gattung Aedes. Als Brutstätten wählen sie stehende, meist temporäre Gewässer – etwa überschwemmte Wiesen und Auen oder kl
Überschwemmungsmücken können nach einer Überschwemmung massenhaft schlüpfen und eine Plage hervorrufen. Foto: Biogents AG

Was landläufig als Mücken bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit ein Sammelbegriff für eine große Gruppe unterschiedlichster Insekten. Die wenigsten von ihnen gehören aber tatsächlich zu den blutsaugenden Stechmücken, deren lateinischer Familienname Culicidae lautet. Weltweit gibt es rund 3000 verschiedene Stechmückenarten. In Deutschland sind davon rund 50 zu finden. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich nicht nur in ihrem Aussehen, sondern vor allem auch in ihren Vorlieben und ihrem Verhalten. Aufgrund ihrer Lebensräume lassen sich Stechmückenarten in mehrere Gruppen einteilen.

Hausmücken

gehören zu den Hausmücken vor allem zwei Arten, die uns sehr lästig werden können: Die gemeine Hausmücke (Culex pipiens) und die Ringelmücke (Culiseta annulata). Als Brutstätten dienen ihnen Wasseransammlungen in der Nähe menschlicher Siedlungen, beispielsweise in Regentonnen, Dachrinnen, Lichtschächten oder Brunnen.

Lässt man den Hausmücken Zutritt zu den Wasseransammlungen, züchtet man sich über den Sommer oftmals seine eigene Population an Hausmücken hoch, die dann sehr lästig werden kann. Im Laufe des Jahres können sich mehrere Generationen entwickeln.

Die Entwicklungsdauer ist dabei von der Umgebungstemperatur abhängig und davon, wie schnell die Weibchen eine Blutmahlzeit finden. Die begatteten Weibchen verbringen den Winter in einer Art Winterstarre an geschützten Stellen, z.B. in Kellern oder Schuppen. Die Frühjahrswärme lässt sie wieder erwachen. Sie fliegen aus und legen ihre Eier direkt auf einer geeigneten Wasserfläche ab. Die 150 bis 300 Eier eines Geleges sind dabei zu einer Art Schiffchen zusammen gefügt, das sie auf der Wasseroberfläche schwimmen lässt. Die Larven schlüpfen direkt aus den Eiern und entwickeln sich im Wasser über mehrere Stadien zur Puppe, aus der die erwachsene Stechmücke schlüpft. Im Herbst beendet die zunehmende Kälte die weitere Entwicklung. Die männlichen Tiere sterben und die weiblichen ziehen sich in ihr Winterquartier zurück.

Der Aktionsradius der Hausmücken ist sehr klein und wenn Brutflächen im näheren Umkreis beseitigt werden, ist das Mückenproblem oft gelöst. Anders bei den Überschwemmungsmücken, die mehr als 10 Kilometer weit fliegen können und deren Brutstätten deshalb schwer zu lokalisieren sind.

Überschwemmungsmücken

Es sind vor allem die Überschwemmungsmücken, die in Massen und als Plage auftreten. Zu ihnen gehören verschiedene Arten der Gattung Aedes. Als Brutstätten wählen sie stehende, meist temporäre Gewässer – etwa überschwemmte Wiesen und Auen oder kleine Tümpel und Sümpfe in Wäldern.

Die Weibchen wählen für die Eiablage Stellen, die immer wieder überschwemmt werden. Ihre Eier besitzen eine widerstandsfähige Hülle, mit der sie Trockenheit, Hitze und Kälte überdauern können – manchmal sogar mehrere Jahre. Mit dem nächsten Hochwasser oder höherem Wasserstand werden die Flächen geflutet und die Eier gelangen ins Wasser. Da die Eier schwerer sind als Wasser und auf den Grund absinken, werden sie dabei nicht fortgespült. Stimmt die Temperatur und ist genügend Wasser von der Überschwemmung vorhanden, schlüpfen die Larven und entwickeln sich zu den erwachsenen Tieren weiter. Auf diese Weise können Millionen von Stechmücken gleichzeitig schlüpfen und eine Plage hervorrufen. Im Hochsommer genügt für die Entwicklung manchmal bereits eine Woche. Überschwemmungsmücken fliegen auf der Suche nach einem Blutwirt teilweise mehr als 10 km weit.

Fieber/Malariamücken

Einige der Arten der eigentlich in den Tropen und Suptropen beheimateten Fieber- bzw. Malariamücke (Anopheles) sind auch in Deutschland verbreitet. Sie können den Malariaerreger Plasmodium übertragen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Mücken vorher einen erkrankten Menschen oder ein erkranktes Tier gestochen haben. In Deutschland ist das Risiko einer Malaria-Erkrankung als Folge eines Mückenstiches deshalb extrem gering.

Ähnlich wie die Hausmücken überwintern bei den Anopheles Mücken die befruchteten Weibchen. Sie legen die Eier im Frühjahr einzeln direkt auf einer Wasseroberfläche ab. Spezielle Kammern oder umlaufende Säume verhindern ein Absinken der Eier auf den Boden. Im Gegensatz zu den Hausmücken bevorzugen Anopheles-Arten für ihre Eiablage natürliche und saubere Gewässer und als Blutspender Kühe und Rinder.

Invasive Stechmückenarten

Einige Stechmückenarten werden derzeit nach Deutschland v.a. mit dem Reiseverkehr eingeschleppt: Zum einen die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus). Sie stammt ursprünglich aus Asien und gilt als moderater Überträger verschiedener Krankheiten wie dem West-Nil-Virus und der Japanischen Enzephalitis. Die Asiatische Buschmücke verbreitet sich derzeit recht schnell vom Südwesten Deutschlands, wo sie schon fast flächendeckend vorkommt, nach Osten und Norden.

Zum anderen die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). Sie wird meist nur temporär eingeschleppt. Eine Überwinterung konnte bisher nur an wenigen Stellen in Deutschland festgestellt werden. Die Asiatische Tigermücke kann Krankheiten wie das Dengue-Fieber, Chikungunya und wahrscheinlich auch Zika übertragen.

Da jedoch diese Krankheiten, wie auch das West-Nil-Virus und die Japanische Enzephalitis, nicht in Deutschland vorkommen, ist das Risiko einer Erkrankung an solchen Erregern äußerst gering in Deutschland.

Die Asiatische Tigermücke ist eng mit dem Menschen vergesellschaftet. Ihre Brutstätten können kleinste Wasseransammlungen an menschlichen Behausungen sein, z. B. Untersetzer von Blumentöpfen, Gießkannen, Regentonnen und die Kanalisation.

Quelle: Peus, Biogents

 

Die Asiatische Tigermücke ist eng mit dem Menschen vergesellschaftet. Ihre Brutstätten können kleinste Wasseransammlungen an menschlichen Behausungen sein, z. B. Untersetzer von Blumentöpfen, Gießkannen, Regentonnen und die Kanalisation.
Die Asiatische Tigermücke, Aedes albopictus, wird mit dem Fernverkehr regelmäßig aus Südeuropa nach Deutschland eingeschleppt.Foto: Biogents AG
Ein Teich oder Tümpel ist nur selten die Ursache für eine Mückenplage im Garten. Denn normalerweise sind dort auch Tiere angesiedelt, die sich von den Mückenlarven im Wasser ernähren und eine Mückenplage so verhindern. Kleine, seichte und nur vorüb
Regentonnen sind als Brutgewässer für Mücken besonders gut geeignet, denn dort halten sich selten Tiere auf, die sich von Mückenlarven ernähren.Foto: Biogents AG

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